Persönlicher Bericht von Heike Sonntag

Als Projektleiterin lade ich Sie nun ein. Besuchen Sie mit mir Nunu’s Paradise und sehen Sie, wie es sich in zwei Wochen von einem Rohbau zu einem einfachen, aber sehenswerten kleinen Imbiss-Restaurant entwickelt hat.


22. Dezember 2005

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Anfang Dezember hatte ich für den Bau grünes Licht gegeben und das nötige Geld für den Baubeginn nach Sri Lanka geschickt. So fand ich am 22. Dezember 2005 bei meiner Ankunft schon ein fertiges Gebäude vor. Fast fertig, denn ...

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... die spätere Küche war gerade in Arbeit.


Zum Baubeginn waren an allen vier Ecken des künftigen Holzgebäudes Körbe aus geflochtenen Palmblättern an Holzstangen befestigt worden. Diese enthielten eine Öllampe und kleine Opfergaben. Nach buddhistischem Glauben ein Ritual, das Glück bringen soll.

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In den ersten Tagen ging ich noch davon aus, es würde genügen, mich ausschließlich um die nötigen Einkäufe zu kümmern und hin und wieder auf der Baustelle Präsenz zu zeigen. Mitnichten. Ab dem vierten Tag nach meiner Ankunft war ich jedoch bis zu acht Stunden täglich in den Bauprozess involviert. Es hatte sich auch herausgestellt, dass meine Anwesenheit wesentlich zu einem akzeptablen Arbeitstempo, insbesondere der eingestellten Schreiner, beitrug.

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Das Innenleben

Das Fundament für die Küche und die zukünftige Kochstelle sind hier in Arbeit. Leider kam es häufig vor, dass die Maurer nicht wenigstens einen Tag voraus dachten. So konnten sie am Abend noch behaupten, für den nächsten Tag sei alles Nötige vorhanden, um dann am nächsten Morgen ohne genügend Sand, Lehm, Ziegel oder Zement dazustehen.

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Aber irgendwann war dann auch mal der Küchenboden zementiert, die Spüle eingebaut und die Kochstelle (ein betonierter Tisch) fertig.


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Der Boden der Toilette wurde weiß gefliest, die Holzwände weiß vertäfelt und die vertikalen Holzbalken erhielten einen schwarzen Anstrich.

(Schon im Vorfeld des Restaurantaufbaus hatte ich die Arbeiten zu einem Brunnenbau veranlasst. Das Wasser eines solchen Brunnens ist ohne Aufbereitung natürlich nicht als Trinkwasser und/oder zum Kochen geeignet. Aber es eignet sich durchaus zum Beispiel für die Spülung der zwei im Restaurant vorhandenen Toiletten.Obwohl es in dieser Gegend eine staatliche Wasserversorgung gibt, stellte ich fest, dass tagsüber manchmal nur Tröpfchen weise Wasser zu entnehmen war/ist. Und daraus ergab sich für mich die Schlussfolgerung, ohne Wasserdruck keine Spülung, ohne Spülung keine benutzbaren Toiletten. Der Rest erklärt sich von alleine.)


In den letzten Tagen vor der Eröffnungszeremonie fanden sich viele fleißige Hände ein, die halfen zu pinseln, tünchen, putzen, etc.

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Hier ein Beispiel für die manchmal etwas wundersame Arbeit der Schreiner, die alles von Hand sägten und Pi-mal-Daumen Maß nahmen.

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Vertikal angebrachtes Brett in der Ecke beachten!


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Das Regal in fertigem Zustand. Es hält trotzdem.

Lebensmittel, Geschirr und Getränke werden in diesem Raum aufbewahrt, außerdem steht hier ein Kühlschrank, in dem über Nacht selbstverständlich alles Verderbliche kühl gestellt wird.



Der Außenbereich

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Noch herrscht Chaos. Die drei Kokospalmen sind zwar schon mit Holztischen versehen, aber jede Palme erhält noch ein Rondell, auf dem bis zu sechs Personen bequem um die Palme herum sitzen können. Ein paar Freunde sind damit beschäftigt, ein Dach aus Palmblättern zu bauen.



Das Eröffnungszeremoniell

Am 5. Januar 2006 war es dann soweit. Obwohl noch einige kleinere Arbeiten bevorstanden und wir auch noch einen Teil des Inventars einkaufen mussten, begann morgens um 07:02 Uhr das buddhistische Eröffnungszeremoniell.

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Eine kleine Buddha-Statue, Opfergaben und eine Öllampe wurden hineingetragen. Danach entzündeten wir Räucherstäbchen, die links und rechts an der Eingangstür wie auch im Innenraum an verschiedenen Stellen einen Platz fanden.

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Aus drei Ziegelsteinen und Palmblättern entstand eine Feuerstelle, auf der ein mit Kokosmilch gefüllter Tontopf erhitzt wurde. Die Milch muss kochen, bis sie überläuft, und somit Glück und ein gutes Geschäft bringt.

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Im Laufe des Vormittags brachten Verwandte unterschiedliche Speisen vorbei. So zum Beispiel den hier abgebildeten Milchreis. Dieser wird jedoch nicht süß zubereitet, sondern dient unter anderem als Beilage zu den typischen scharfen Currys aus Fleisch, Fisch und Gemüse.



Eindrücke von einer Einkaufstour

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In voll gestopften Geschäften wie diesen suchten wir das nötige Inventar zusammen: Geschirr, Gläser, Töpfe, Pfannen und vieles mehr.


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Meeresfrüchte und Fisch sind im Wesentlichen die Gerichte, die in Nunu’s Paradise angeboten werden. Also gingen wir am Nachmittag zum Fischmarkt um zu ergattern, was am Abend der Eröffnung benötigt wurde, um die ersten Gäste, aber auch die vielen freiwilligen Helfer mit einem herrlichen Essen zu versorgen.

Abschied

Ein letzter Blick auf Nunu’s Paradise am frühen Morgen des 7. Januar 2006, dem Tag meiner Abreise.

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